Im Rahmen des Projekts Leonardo da Vinci hat unsere Coachin Patricia Gander Ende November den Ausbildungsverbund Lüneburg ALÜ (direkt verlinken) besucht. Das Projekt dient Berufsbildner:innen als Expert:innen-Aufenthalt zur persönlichen Weiterbildung. Während zwei Wochen erhielt Patricia Einblick in die Organisation und Arbeitsweise des Ausbildungsverbunds. Im folgenden Interview erzählt sie, was sie während ihrem Aufenthalt alles erlebt und erfahren hat.

Was hat dich bewegt, diesen Austausch wahrzunehmen?

Ich wollte erfahren, ob die Schweizer Berufsbildung wirklich so einzigartig ist oder ob es Ähnlichkeiten zum System in Deutschland gibt.

Wie war der Austausch?

Durch den direkten Einblick habe ich mitbekommen, dass die Berufsbildung in Deutschland mit ganz ähnlichen Herausforderungen konfrontiert ist, z.B. immer weniger Bewerbungen für handwerkliche Berufe oder mangelhafte Sprachkenntnisse, um eine Ausbildung zu beginnen.

Was waren die Highlights?

Der Kontakt zu den verschiedenen Ausbildungsstätten und anderen Ansprechpartner:innen. So konnte ich z.B. einen Morgen in der Metallakademie verbringen, wo die zukünftigen Mechatroniker:innen eine praktische Einführung zu Beginn der Lehre erhalten. Weitere Highlights waren die Teilnahme an der Mitliederversammlung, die unserer GV entspricht. Ausserdem war ich auf dem Amt für Arbeit und an einem Gymnasium am Tag der Berufsorientierung.

Was hat sich beeindruckt? Was hat dich überrascht?

Ich habe gesehen, dass die Berufsbildung in Deutschland sehr ähnlich aufgebaut ist, wie in der Schweiz und auch auf einem sehr hohen Level ist. Die Ausbildung der Berufsbildner:innen scheint in Deutschland höher gewichtet zu werden als in der Schweiz mit dem Berufsbildner:innenkurs.

Neuerungen, die in der Schweiz noch diskutiert werden, wurden in Deutschland schon umgesetzt, zum Beispiel die Möglichkeit, die Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren oder der Professional Bachelor / Master. Die Dauer der Lehre wird meines Erachtens flexibler gehandhabt. Eine Verkürzung ist möglich bei beruflichen Vorkenntnissen, schulischer Vorbildung und überdurchschnittlicher Leistung. Jede Lehre dauert zwischen zwei und maximal dreieinhalb Jahren.

Wie unterscheiden sich die Angebote D / LBV?

Beim ALÜ gibt es kein direktes Coaching wie beim LBV, wo die Lernenden regelmässig vor Ort kommen und von einem Coach oder einer Coachin unterstützt werden. Die Unterstützung konzentriert sich auf organisatorische und administrative Belange. Die Azubis können sich telefonisch oder per Mail melden, wenn sie Fragen oder Probleme haben.

Was nimmst du vom Austausch mit?

Neben den vielen Gemeinsamkeiten in unserer Arbeit ist das Coaching, das wir den Jugendlichen im BildungsNetz bieten, ein Unterschied. Durch den Austausch habe ich gemerkt, wie wichtig und hilfreich der regelmässige direkte Kontakt zu den Jugendlichen für eine erfolgreiche Ausbildung ist.

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